Sagenhaft: der Häxeblätz

Blutt Stell: Häxeblätz.

Mitten in einem hochwüchsigen Buchenwald oberhalb von Bretzwil befindet sich eine kleine, steil südexponierte Lichtung: der Häxeblätz. Es handelt sich um eine farbenfrohe Trockenwiese, wie sie im Passwanggebiet häufig anzutreffen sind. Hier gedeihen jedoch weder besonders seltene Arten noch eine besondere Vegetation. Trotzdem geht von dieser «blutten Stell» im Wald etwas Besonderes, Unheimliches aus. Dieser Ort – so geht die Sage – ist verflucht.

Der Häxeblätz war nach der Überlieferung eine Richtstätte. Eines Nachts soll dem Henker eine weisse Frauengestalt erschienen sein, die auf den Häxeblätz wies und sagte: «Die Stell dört obe sell für alli Zyte verfluecht sy, es sell druff kei Baum, kei Struch meh wachsen und s’Gras, wo wachst, well e kei Tier frässe.» 1839 war ein trockenes Jahr. Da es wenig Futter gab, haben die Bauern die Fläche gemäht, aber «kei Chue haigs agrüert». (Paul Suter und Eduard Strübin: Baselbieter Sagen, 1976)

So hat vielleicht der Fluch dazu geführt, dass der Häxeblätz bis heute waldfrei geblieben ist. Für Skeptiker sei nachgeführt, dass die Wiese früher «hohe Rüti» hiess. Daraus kann man schliessen, dass das Gebiet gerodet und landwirtschaftlich genutzt wurde. Aufgrund der Erosion an der extremen Hanglage und der Trockenheit wurde die Nutzung wieder aufgegeben; der Blätz blieb bis auf den heutigen Tag waldfrei.

Ausgangspunkt: Gemeindeverwaltung Nunningen, SO (Postauto ab Grellingen)
Endpunkt: Bretzwil, BL
Dauer: ca. 2 Stunden
Optimale Zeit: für die Vegetation: Mitte Mai bis Mitte Juni - für den Grusel: dunkle, kalte Wintertage
Variante: Weitermarsch nach Reigoldswil (Bus nach Liestal, Basel)

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