Elsässer Sundgau im hinteren Leimental – Reste alter Kulturlandschaften

Der Schweizer Teil des Sundgauer Hügellands, nämlich das Bruderholz und die Gegend zwischen Allschwiler Wald und Biel-Benken, ist vielen Schweizern bekannt. Weniger bekannt sind dagegen entferntere Gebiete auf französischem Boden. Neben Flurteilen mit grossflächig einheitlicher Bewirtschaftung sind dort gut erhaltene alte Kulturlandschaften vorhanden, die auf Schweizer Seite längst verschwunden sind.

Die Gegend lässt sich am besten mit dem Velo erkunden (mit Tram Nr. 10 bis Flüh oder Rodersdorf).

Nach Oltingue

Gut erhaltene, teils von Hecken bestockte Ackerstufen bei der Kirche St. Martin des Champs.

Die Route führt von Rodersdorf aus vorbei an «Müli» hinauf durch den Wald nach Lerchenberg und weiter zum sehenswerten Dorf Oltingue. Von dort ist es nicht mehr weit zum Rebgarten «Alte Reben». An diesem strukturreichen ehemaligen Rebhang lassen sich mehrere Stunden verbringen. Hervorzuheben sind unter anderem die vielen Neuntöter (eine Vogelart) und der Reichtum an Reptilien. Auch botanisch Interessierte finden hier Bemerkenswertes.

Anschliessend kann man die Obstgärten bei der Eglise St. Martin des Champs besichtigen. Am Hang sind frühere Ackerterrassen schön erhalten geblieben. Die Weite der Felder und die ländliche Ruhe strahlen eine besondere landschaftliche Qualität aus.

Früher befand sich im Umfeld der Kirche ein Dorf; es wurde im Dreissigjährigen Krieg (1618–48) zerstört.

Der Neuntöter (im Bild ein Männchen) liebt kleinräumig gegliederte Flurteile mit extensiv bewirtschafteten Wiesen und Weiden.

Weitere Ausflüge von Rodersdorf aus

Blick auf das Dorf Liebenswiller; links im Hintergrund das Dorf Burg im Leimental.

Sportlichen Velofahrern ist der Weg durch das reizvolle Tal der Ill über Raedersdorf bis nach Winkel empfohlen. Manche behaupten, es sei ein Ausflug in die tiefste französische Provinz. Die schöne Kammer von Winkel weist wertvolle Magerrasen auf; Heidelerchen hat es aber auch dort keine mehr.

Ein Spaziergang, insbesondere zur Zeit der Frühblüher im April, lohnt sich durch die Wälder zwischen «Britzkiwald» und «Quittwald». Die eichenreichen Wälder auf Lösslehmboden (wie der Allschwiler Wald) sind nur wenig begangen.

Eine alte Kulturlandschaft stellen Dorf und Umgebung von Liebenswiller dar, besonders der Flurteil «Altbergreben» mit alten Obstbäumen, dichten Hecken und mageren Blumenwiesen: ein idealer Lebensraum für den Steinkauz. Auch der Wendehals, eine andere bei uns seltene Vogelart, wird dort regelmässig festgestellt. Der Rückweg führt nach Leymen.

.hausformat | Webdesign, TYPO3, 3D Animation, Video, Game, Print