Rheinebene - gezähmter Wildfluss

Noch vor 180 Jahren war der Rhein nördlich von Basel ein Wildfluss mit unzähligen Seitenarmen. Blick vom Isteiner Klotz gegen Basel. Bild von Peter Birmann, um 1819.

Mit der Korrektion des Oberrheins im neunzehnten Jahrhundert wurde Kulturland gewonnen und der Fluss schiffbar gemacht. Gleichzeitig ging der Lebensraum einer grossen Aue verloren. Dessen Vielfalt und Abwechslungsreichtum kann anhand des Reservats der Petite Camargue Alsacienne erahnt werden.

Seit der Korrektur hat sich der Rhein eingetieft. Die vielen Seitenarme, aber auch die Sümpfe, Kleingewässer und Auenwälder trockneten aus. Damit ging ein Grossteil der bis dahin typischen Pflanzen- und Tierwelt verloren. Die Vielfalt und die Häufigkeit der Wasservögel und der Wasserinsekten gingen stark zurück. Empfindliche Arten wie der Fischotter sind ausgestorben.

Die trockenen Bereiche der Auen und damit die trockenheits- und wärmeliebenden Arten konnten sich schlagartig ausbreiten. Begünstigt wurde dies durch die geringen Niederschlagsmengen und die hohen Jahresmitteltemperaturen. Orchideenreiche Trockenrasen bieten Lebensraum für Bodenbrüterarten wie die Feldlerche oder die Heidelerche.

An warmen Sommertagen ist in den Gebüschen der Gesang der Nachtigall zu hören. Auch viele Schmetterlinge, Heuschrecken, Käfer, Netzflügler, Hautflügler leben hier.

In Kiesgruben haben die letzten Bestände von Flussregenpfeifern, Uferschwalben und Kreuzkröten einen Ersatz für die früher am Rhein verbreiteten Steilufer und unbewachsenen Kiesflächen gefunden.

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