Reich der Quellen

Mittlerer Abschnitt des Rösernbachs

Die am Gempenplateau entspringenden Bachläufe gehören zu den am nächsten bei Basel gelegenen naturnahen Fliessgewässern. Aufgrund ihrer Lage im Wald wurden sie nicht korrigiert oder eingedolt. Der Rösernbach entspringt in der Tugmatt am Rand des Gempenplateaus und mündet beim Kessel, dem grossen natürlichen Absturz in Liestal, in die Ergolz.

Es gibt unterschiedlich gut zugängliche Stellen, an denen sich die Kleintiere im Bach beobachten lassen. Am häufigsten sind die Bachflohkrebse, gefolgt von den Larven von Eintagsfliegen, Steinfliegen oder Köcherfliegen. Auch Egel, Würmer oder Zuckmückenlarven kommen vor. Im Mai und Juni schlüpfen viele der Wasserinsekten und gehen während ihres kurzen Landlebens an Land auf Partnersuche. Der Anblick der aus dem Wasser aufsteigenden geflügelten Insekten erinnerte die früheren Naturforscher an die Quellwesen der Sagenwelt, die Najaden, die scheinbar aus dem Nichts plötzlich in die Luft aufsteigen.

Am Rösernbach lässt sich dank einer Untersuchung des Niederländers Dirk Cornelis Geijskes aus den 1930er-Jahren die damalige Tierwelt mit der heutigen vergleichen. Die Zahl der Steinfliegenarten ist von 19 auf 5 gesunken, während bei den Eintagsfliegen 8 von 11 und bei den Köcherfliegen noch 17 von 24 ursprünglich vorhandenen Arten gefunden wurden.

Zu natürlichen Bachlandschaften gehören auch Quellen. Ein grosser Teil der Quellen wurde zur Trinkwasserversorgung gefasst. Die ungefassten Quellen sind der Lebensraum für verschiedene Tiere. Besonders bemerkenswert sind Arten wie die Höhlenassel, der Höhlenflohkrebs oder unter den Libellen die Gestreifte Quelljungfer. Von den Wirbeltieren halten sich Larven des Feuersalamanders oder erwachsene Grasfrösche regelmässig in den Quellen auf.

Anreise: Mit dem Zug von Basel nach Liestal und mit Bus Nr. 78 bis zur Munzach.
Dauer: ½ Tag oder bis nach Gempen 1 Tag
Optimale Zeit: ganzes Jahr

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