Wiesenblumen auf der Spur

Blick von Rothenfluh (Im Langacker) ins Ergolztal Richtung Ormalingen.

Unter der Intensivierung der Landwirtschaft haben vor allem geschnittene Flächen, also Wiesen, gelitten. Magere artenreiche Wiesen wurden aufgedüngt und intensiviert oder an steilen Lagen in Weiden oder Wald umgewandelt. Damit ging ein Verlust an typischen Wiesenarten einher.

Eine Ausnahme dieser aus der Sicht des Naturschutzes negativen Entwicklung ist Rothenfluh, die Baselbieter Tafeljuragemeinde mit der grössten Fläche an Trockenwiesen. Im Dübachtal – vor allem auf der südexponierten Talseite oberhalb des Dorfes bis zum Hof Holingen – können ausgedehnte Blumenwiesen bestaunt werden. Eine Wanderung wird begleitet vom Zirpen der vielen Insekten. Ausgangspunkt ist das Dorf Rothenfluh.

Nachwachsender Stein im Quellgebiet des Dübachs

Das vordere Dübachtal bei Rothenfluh, BL, ist nicht nur ein Kleinod bezüglich Blumenwiesen. Kaum betritt man den Wald, umfängt einen das schattige und nach Moos duftende Dunkel der steilen Abhänge des Tafeljuras. Bald schon verweist leises Gurgeln und Glucksen darauf, dass überall aus den Hängen Wasser quillt: Hier ist die Geburtsstätte des Dübachs – eine eigentümliche Geburtsstätte!

Eine Besonderheit des Tafeljuras ist, dass oben auf den Hochflächen das meiste Wasser im kalkhaltigen Untergrund versickert. Erst wenn es unterirdisch auf eine tonhaltige Schicht stösst, wird das Wasser gestaut und tritt als Quelle zutage. Auf der Reise durch den Untergrund hat sich das Quellwasser mit dem Kalk der Gesteine angereichert. Beim Austritt aus dem Boden erwärmt es sich. Dies führt dazu, dass das Wasser nicht mehr so viel gelösten Kalk mitführen kann. Er wird in der Folge abgelagert. So versteinern die vermoosten Abhänge zu bizarren Figuren: Sogenannter Quelltuff entsteht. Mehrere Dutzend Meter hoch ist eine der geschützten Tuffterrassen des Dübachs. Quelltuff braucht Jahrhunderte zur Entstehung, deshalb nicht betreten!

Ausgangs- und Endpunkt: Rothenfluh, BL
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Optimale Zeit: regenreiche Perioden
Besonderheiten: Die Wanderung führt teils durch recht sumpfiges Waldgelände. Der hintere Teil ist ein Waldreservat und darf nicht begangen werden!

 

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