Waldgesellschaften am Chienberg bei Sissach

Chienberg.

Der Chienberg zeigt beispielhaft die Vielfalt der Waldgesellschaften des Tafeljuras in Abhängigkeit von Exposition und Bodenbeschaffenheit.

Die Route beginnt beim Aussichtspunkt Sissacher Flue. Der Kante entlang, das heisst oberhalb der Felswand, steht ein Flaumeichenwald. Typisch sind die niedrigen und gedrungen gewachsenen Eichen sowie der Reichtum an Sträuchern.

Charakteristische Arten unserer Flaumeichenwälder sind hier unter anderen die Straussblütige Margerite und die Pfirsichblättrige Glockenblume. In der Felswand wächst das gesamtschweizerisch seltene, gelb blühende Bergsteinkraut. Am Fuss der Felswand befindet sich eine grosse, teils unbewaldete, teils von Linden bestockte Kalkschutthalde.

Vom Aussichtspunkt nimmt man den Weg gegen Osten zur Böckter Flue. Unterwegs durchwandert man Seggen-Buchenwälder. Auch hier lohnt sich mehrmals ein Halt. Seggen-Buchenwälder sind oft auch strukturreich, zumal die Rotbuche wegen des trockenen, steinigen Bodens in ihrer Konkurrenz geschwächt ist und deshalb auch andere Bäume wie Mehlbeerbaum und Waldföhre aufkommen können. Der Boden ist oft von einem hellgrünen, lichten Rasen vorwiegend aus Seggen bedeckt (daher die Bezeichnung).

Solche Wälder bieten zur Hauptblütezeit im Mai bis Juni oft etliche attraktive Arten, so die Frühlings-Platterbse, das Immenblatt, das Maiglöckchen und manchmal gleich mehrere Waldorchideen, darunter am häufigsten Nestwurz, Waldvögeleinarten und die erst im Juli blühende Breitblättrige Sumpfwurz.

Typischer Seggen-Buchenwald mit hellgrünem Schleier von Seggen.

Von der Böckter Flue lohnt sich ein Abstecher hinab zur Ruine Bischofstein mit Linden-Ahornwald in der Umgebung. Nach dem erneuten Aufstieg zur Böckter Flue nimmt man den Weg zur Rickenbacher Flue und wendet sich dann nach Norden. Der Panoramaweg entlang der Kante bietet immer wieder Aussicht zunächst nach Süden, dann nach Osten. Die Ostseite des Chienbergs hinab nach Rickenbach weist unterhalb des schmalen Felsbands sehr steile instabile Schutthalden auf. Die Wuchsbedingungen darauf sind so schwierig, dass selbst Sommerlinden und Haseln nicht aufkommen können.

Vom Punkt 730 kann man zurück zum Ausgangspunkt wandern oder man wählt einen Weg hinab nach Rickenbach oder Wintersingen.

An- und Rückreise
Ab Sissach mit dem Bus nach Wintersingen; Ausstieg auf der Höhe bei der Station «Sissacher Flue». Auch von Rickenbach fährt ein Bus nach Sissach.

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