Dornachbrugg zur Birsmündung

Unterhalb des Stauwehrs bei der Nepomuk-Brücke in Dornachbrugg hat sich die Birs Canyon-artig eingeschnitten; auf der linken Seite ist gelblicher Sandstein der Elsässer Molasse zu sehen.

Birsabwärts gelangt man in die Reinacher Heide, ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung, insbesondere wegen des enormen botanischen Reichtums. Gut 500 Pflanzenarten kommen hier vor. Trotz ebener Lage sind die Magerrasen aufgrund des trockenen Schotterbodens zum Teil sehr lückig und extrem mager. Es handelt sich hier nicht um jurassische Magerrasen, sondern eher um solche der Oberrheinebene, wobei hier Birsschotter den Untergrund bildet und nicht der chemisch saurere Rheinschotter.

Besonders attraktiv ist es hier im Frühling. Im Mai ist die Blütezeit der Hummel-Ragwurz. Obschon hier Hunderte von ihnen wachsen, ist es gar nicht einfach, ein paar zu entdecken. Unsere Orchideen sind eben ziemlich kleinwüchsig. Einige Pflanzen, die aus Steppengebieten im Südosten Europas stammen, wie Bartgras und Feld-Mannstreu, sind erst im Spätsommer entwickelt. Deswegen ist es hier auch im Spätsommer attraktiv; dann ist zudem die Flugzeit einiger Tagfalterarten.

Die halboffene Landschaft der Reinacher Heide bietet in allen Jahreszeiten besondere Momente der Erholung. Offene Rasenflächen und Gehölzgruppen sind so angeordnet, dass man von den verschiedenen Standorten aus immer wieder neue Ein- und Ausblicke gewinnt.

Aufgeweitete Birs unterhalb der Brücke am Nordende der Reinacher Heide. Bei Hochwasser nimmt die Birs die volle Breite ein.

Von der Reinacher Heide folgt man den Wegen links- oder rechtsseitig der Birs. Gleich unterhalb der Brücke auf der Höhe der ehemaligen ARA Reinach wurde die Birs vor wenigen Jahren stark verbreitert. Hier kann der Fluss wieder seine natürliche Dynamik zeigen. Jedes Mal, wenn man vorbeikommt, präsentiert sich das Flussbett anders.

Folgt man der Birs weiter, gelangt man zum St. Jakob. Von hier bis zum Birskopf wurden Abschnitte der Birs schon früher renaturiert, und zwar je nach Abschnitt auf andere Weise. Zu Beginn präsentierten sich die neuen Böschungen teils steril, doch spätestens nach zehn bis fünfzehn Jahren sind diese natürlich verwachsen.

Sie können selber überprüfen, dass die Birs seit ihrer Renaturierung nur wenig in die Seite erodierte. Nur bei starken Hochwassern sind lokale Uferabbrüche eingetreten. Die sind übrigens durchaus erwünscht: So entstehen zum Beispiel für den Eisvogel neue Brutnischen.

Der Eisvogel ist an der Birs zwischen Dornachbrugg und Münchenstein-Hofmatt regelmässig zu sehen.
.hausformat | Webdesign, TYPO3, 3D Animation, Video, Game, Print