Lebensader Rhein

Der Rhein hat sich nach der Katastrophe von Schweizerhalle erholt und ist heute wieder ein bedeutender Lebensraum für Tiere und Pflanzen geworden.

Der sogenannte Rheinpfad entlang der Uferwege zwischen Augst und Basel stellt den Spaziergängern mit Informationstafeln den vielfältigen Naturraum, den historischen Wirtschaftsmagneten, die strategische Grenze und den Erholungsraum vor.

Der Rhein ist eine Lebensader von enormer Bedeutung. Er hatte sich während Jahrtausenden oberhalb von Basel in die Schotterschichten eingefressen. An den steilen Ufern stocken Hartholzauen und auf den hochliegenden Schotterböden eichenreiche Laubwälder, in denen der seltene Mittelspecht brütet. Unterhalb des Rheinknies entstand ein Nebeneinander von trockenen Kiesflächen, stillen, tümpelartigen Altwassern und rasch fliessenden Seitenarmen. Trockenrasen, Röhrichte, Auenwälder, Altwasser und strömende Flussabschnitte beherbergten einen schier unzählbaren Artenreichtum.

Verschmutzung und Lebensraumzerstörung
Die Kraft des Flusses formte die Schwemmebenen bis ins 19. Jahrhundert. Danach zähmten die Ingenieure die Flüsse, um Anbauflächen für die Landwirtschaft zu gewinnen und gefährliche Krankheiten zu bekämpfen. Die Wasserkraft wurde ab 1890 zur Gewinnung von elektrischer Energie genutzt, und zur Abfallentsorgung diente der Fluss ohnehin schon lange. Wachsende Siedlungen und die aufstrebende Industrie drängten den Fluss und die Auenlandschaft zurück. Die Übernutzung des Rheins führte im 20. Jahrhundert zu einer dramatischen Verschlechterung der Lebensbedingungen für Natur und Mensch.

Schweizerhalle – die Wende
Die Folgen des unkontrollierten Fortschritts offenbarten sich bis in die 1980er-Jahre in einem giftigen Abwassercocktail und einem immensen Artensterben. Die Katastrophe von Schweizerhalle am 1. November 1986 bildete den Höhepunkt – und läutete die Wende ein. Der Rhein wird heute genutzt, aber auch geschätzt: Als Energiespender und Wasserquelle wie auch als Erholungsraum. Seine Uferwege sind eine Bereicherung für Jung und Alt.

Wer heute entlang des Rheins zwischen Ergolz- und Wiesemündung spaziert, begegnet wieder einwandernden Tierarten wie dem Biber oder Wasserinsekten wie der Gebänderten Prachtlibelle. Man trifft auf römische Wachtürme oder einen Unterstand für Zöllner aus dem 2. Weltkrieg. Gleichzeitig werden aber auch neue Probleme erkennbar: Neu einwandernde Kleintierarten, sogenannte Neozoen, haben in wenigen Jahren die gesamte Fauna auf der Rheinsohle verändert. Die Bestände einzelner Fischarten gehen teilweise stark zurück, ohne dass direkte Ursachen ersichtlich sind.

Der Themenweg «Rheinpfad» zwischen Augst und Basel erzählt auf verschiedenen Tafeln die Geschichte der Lebensader Rhein.

Kraftwerk Birsfelden

Auch auf dem Gelände des Kraftwerks Birsfelden gibt es Informationen rund um das Kraftwerk und zum Rhein: Elf Infotafeln behandeln die Themen Architektur und Geschichte des Kraftwerks, Rheinfische, Lachse, Vögel, Schleusenbetrieb, Schiffahrt und Stromerzeugung. 

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