Kiesgrube von Weil

Kiesgrube von Weil, öffentlich nicht zugänglicher Bereich.

Kies wird in der Grube schon lange nicht mehr gewonnen. Seit 1996 steht sie unter Naturschutz. Der südwestliche Teil ist öffentlich zugänglich, der nordöstliche Teil dagegen der Natur vorbehalten.

Der biologische Wert der Grube ist seit Langem bekannt. Ornithologen besuchten sie bereits in den 1980er-Jahren regelmässig. Damals brüteten darin noch Uferschwalben und Flussregenpfeifer. Letztere verschwanden wegen des stärkeren Vegetationsbewuchses; die Uferschwalben wurden wohl durch Störungen an der Brutwand verscheucht. Noch heute brüten hier Nachtigall, Fitis, Dorngrasmücke und weitere regional seltene Vogelarten.

Im zugänglichen Teil wurden entlang des Wegs mehrere Tümpel für Amphibien angelegt. Darin stellt man regelmässig Gelbbauchunken fest. Sie verraten sich oft durch ihre mechanisch-monoton wiederholten Rufe. In den Tümpeln können weitere Lebewesen entdeckt werden, zum Beispiel drei Arten von Wasserschnecken und diverse Wasserinsekten, und darüber fliegen bei Sonnenschein oft gleich mehrere Libellenarten, besonders auffällig die recht grosse Plattbauch-Libelle. Von Juni bis Anfang August ist der Blütenreichtum entlang des Wegs augenfällig und die Tagfalterdichte erstaunlich gross.

Viele Tier- und Pflanzenarten, die ursprünglich im Landwirtschaftsland oder vor der Begradigung in den Flussauen heimisch waren, haben in Kiesgruben einen Ersatzstandort gefunden. Der Artenreichtum ist auch deswegen gross, weil sowohl Arten trockener Standorte wie auch ans Wasser gebundene unmittelbar nebeneinander vorkommen.

Anreise: mit dem Velo durch die Langen Erlen auf die deutsche Seite oder via Zoll Otterbach vorbei am «Laguna» (Bade- und Saunabetrieb) und dem Areal der Gartenbauausstellung Grün 99; zu Fuss von der Tramstation Niederholzboden in Riehen durch die Wieseebene
Dauer: halber Tag
Optimale Zeit: April bis August
Variante: Im Anschluss kann man der Wiese entlang gehen oder auf dem Rückweg einen Halt bei der Biotopanlage «Am Eisweiher» einlegen.

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