Seltsames Karstgewässer

Fläche des Eichener Sees. Wie meistens ohne Wasser.

Südöstlich des Flusses Wiese dehnt sich bis hinunter ins Hochrheintal der Dinkelberg aus. Bei Schopfheim erreicht der Gebirgsrücken eine Höhe von 400 bis 500 Metern und trägt in einem Wechsel Wälder und relativ extensiv genutzte Landwirtschaftsflächen.

In einer Geländemulde, einer grossen Doline, östlich von Eichen liegt das Naturdenkmal Eichener See. Wer den Ort besucht, wird jedoch in den seltensten Fällen Wasser sehen. Der Eichener See ist ein Gewässer von 250 Metern Länge, das nur nach anhaltenden Niederschlagsphasen oder nach der Schneeschmelze durch den Austritt von Karstgrundwasser gebildet wird. Nur selten erscheint der See vier- bis fünfmal pro Jahr wie dies 1799/1800 und 1801/1802 geschah. Meist tritt das Ereignis nur alle paar Jahre auf. Eine Phase mit Wasserführung kann zwischen einer Woche und sechs Monaten dauern.

Erstaunlicherweise gibt es Tiere, die sich an diese extremen Lebensbedingungen angepasst haben. Eine solche Besonderheit ist der Feenkrebs Tanymastix stagnalis, der erst 1911 entdeckt wurde. Die zu den Urzeitkrebsen gehörenden Tiere verbringen die trockene Phase in einem Überdauerungsstadium und benötigen für den ganzen Lebenszyklus vom Kindheitsstadium bis zum erwachsenen Krebs nur wenige Tage. Ein überlebendes Weibchen kann bis zu 17’000 Eier ablegen. Diese sind die Basis für die neue Generation, die dann in einigen Jahren durch das Karstwasser wieder zum Leben erweckt wird.

Anreise: Von Basel nach Schopfheim. Mit dem Bus in Richtung Wehr/Bad Säckingen bis zur Haltestelle Schopfheim-Eichen. Danach der Beschilderung folgen.
Dauer: 1 Tag
Optimale Zeit: März bis Oktober, mit Glück bei Wasserführung

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