Hören Sie den Ruf der Amphibien?

Laubfrosch in seiner typischen Ruheposition

Mitte/Ende März geht's los: die Amphibien in unserer Region beginnen sich wieder vermehrt hörbar zu regen, nachdem man rund fünf Monate wenig von ihnen bemerkt hat. Amphibien sind wechselwarme Tiere und sie reagieren empfindlich auf frostige Temperaturen.

Daher suchen sie Mitte/Ende Oktober ihre Winterquartiere auf: Sei es, dass sie sich ins Wasser verkriechen, wie z.T. der Grasfrosch oder der Kammmolch, wo sie sich Stellen suchen mit hoher Sauerstoffversorgung, also in Bächen und oder bei Ein-und Ausflüssen von Weihern. Denn in kleinen, abflusslosen Gartenweihern könnten die Tiere unter der Eisdecke ersticken.

Oder sie überwintern an Land, wo sie oft die gleichen Unterschlüpfe aufsuchen wie die Reptilien. Auch reagieren sie ähnlich auf die eintretende Kälte, und zwar indem sie ihre Körperfunktionen reduzieren und von ihren Reserven leben. Sie verbringen die unwirtliche Zeit in Holzbeigen, Komposthaufen, Stein-, Laub- und Strohhaufen oder in Bodenlöchern und –spalten oder einfach in dichter Vegetation. Eine weitere Möglichkeit: Sie graben sich tief genug im Boden ein und hoffen, es werde kein allzu harter Winter. Denn der Erfrierungstod lauert immer.

Nur, geeignete Lebensräume sind in unserer aufgeräumten Landschaft rar: Leergeräumte Gärten, intensive Landwirtschaft, Wiederauffüllungen von Kiesgruben und Überbauungen drohen. Zudem sind viele Lebensräume nur mehr unter Todesgefahr erreichbar. Die jährlichen Froschmassaker auf den Strassen zeugen davon.

Was es bräuchte, wäre der Schutz und die Schaffung von genügend grossen, vernetzten Lebensräumen für Amphibien. An solchen Orten sollten bereits bestehende, überlebensfähige Population sich halten können. Es sollten weitere artgerechte Räume entstehen, welche durch selbständige Einwanderung oder, nach genauer Abklärung, durch Einbürgerung ausgestorbener Arten wieder besiedelt werden könnten.

Thomas Huber

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