Wasser – ein Erlebnis

Gelbbauchunke in der Tongrube Andil

Die Region Basel gilt im Schweizer Vergleich als arm an Gewässern. Der Untergrund – Kalk oder mächtige Kiesablagerungen – ist durchlässig, das Wasser versickert schnell. Und der Mensch half nach: Rhein, Wiese und Birs wurden begradigt und unzählige Bächlein verschwanden in Rohren. Heute wird wieder ausgedolt. Und längere Abschnitte der Birs und ein Stück der Wiese wurden renaturiert.

An naturnahen Flussabschnitten und Bächen können wir erleben, welche Vielfalt Natur schafft, wenn man sie lässt. Fünfzig Prozent der einheimischen Tier- und Pflanzenarten leben hier. Doch nur gerade fünf Prozent des Gewässernetzes im Baselbiet sind heute noch naturnah. Rund sechzig Prozent der Gewässer sind stark beeinträchtigt.

Meist künstliche Gewässer
Die wenigen kleinen Seen, Tümpel und Weiher im Baselbiet sind meist künstlich entstanden – als Fisch-, Feuer-, Mühle- oder Flösserteiche sowie beim Materialabbau (Steinbrüche und Gruben). In den letzten Jahrzehnten kamen einige grössere und viele kleine Naturschutzweiher hinzu. Sie sind heute Refugien für viele Amphibienarten, aber auch wertvoll für Libellen und Wasserpflanzen. Einige dieser Weiher haben als Amphibienlaichgebiete sogar nationale Bedeutung erlangt.

Region einst ein Amphibienparadies
Tümpel und Weiher sind natürlicherweise temporäre Lebensräume, die ihren Bewohnern für eine kurze Zeit zur Verfügung stehen. Sie entstehen entlang der Fluss- und Bachläufe durch Überschwemmung und Erosion, verlanden mit der Zeit oder trocknen aus. Entlang der Oberrheins entstanden solche in Form von abgeschnürten Totwassern vor der Korrektion des Rheins. Isolierte Totwasserarme befinden sich im Naturschutzgebiet Petite Camargue.

An diese kurzfristig vorhandenen Bedingungen hat sich eine spezielle Lebensgemeinschaft angepasst. Es sind mobile Pionierarten, die sich rasch fortpflanzen können und weiterziehen, wenn der Weiher austrocknet. Viele bedrohte Amphibienarten sind solche Pioniere, zum Beispiel die Kreuzkröte und die Gelbbauchunke.

Die Region Basel war ein Amphibienparadies. Das Klima ist günstig und die Rheinauen boten grossflächigen Lebensraum. In der Schweiz ist davon – im Gegensatz etwa zum Elsass mit der Petite Camargue Alsacienne – nicht mehr viel übriggeblieben.

Nebst den Überschwemmungsgebieten der Talauen sind stehende Gewässer im Baselbiet auch durch Bergstürze und im Lössgebiet des unteren Kantonteils entstanden.

Stillgewässer
Die Blüte der Stillgewässer erlebte das Baselbiet aber im 17. bis 19. Jahrhundert. In dieser Zeit entstanden von Menschen angelegte Teiche. Sie wurden genutzt für Löschwasser, zum Betreiben von Mühlen und Fabriken, zum Einweichen von Hanfstauden und Hölzern oder zum Flössen von Holz. Mit ihrem Verschwinden nahm auch die Tierwelt ab. Nur vier der vierzehn im Kanton vorkommenden Amphibienarten sind heute nicht bedroht. Viele dieser Arten haben in Kiesgruben oder künstlich geschaffenen Naturschutzweihern ein Zuhause gefunden.

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