Urwald im Baselbiet

Sihlwald

Der Bund will, dass fünf Prozent der Waldfläche als Naturwald der forstwirtschaftlichen Nutzung entzogen werden. Dieses Anliegen verfolgte auch das millionenschwere Baselbieter Programm «Naturschutz im Wald»: Bis 2013 sollten fünf Prozent der Baselbieter Waldfläche als «Totalwaldreservat» ausgeschieden werden. Das Ziel wurde jedoch mit nur 3,2 Prozent Flächenanteil verfehlt. Darauf hat man die Marke gesenkt und proklamiert jetzt noch vier Prozent Urwald.

Das aktuelle Wald-Naturschutz-Programm des Kantons mit einem jährlichen Aufwand von zwei Millionen Franken läuft dieses Jahr aus. Ob der bereits reduzierte Zielwert erreicht wird, wird sich weisen. Dass auch dies nicht reicht, ist jedenfalls gewiss.

Weiter will der Bund, dass in jeder Wirtschaftsregion mindestens ein Gross-Waldreservat mit über 500 Hektaren Fläche geschaffen wird, davon im Minimum zwanzig Hektaren Urwald. Dafür sehen wir leider keine Bestrebungen.

Die entsprechenden Fragen werden wir bei den laufenden Gesprächen mit dem Baselbieter Regierungsrat Weber einbringen. Da werden wir auch erneut nachfragen, wann endlich die wichtige Kommission «Naturschutz im Wald» einberufen wird, die seit zehn Jahren pausiert.

Grossreservate und Urwälder sind angesichts der Nutzungsintensivierung für eine industrielle Verbrennung in Gross-Holzschnitzelanlagen als Kompensation notwendig.

JOST MÜLLER VERNIER
November 2015

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