«WieseVital» im Schlafmodus

Winterzauber an der Wiese.

 2006 haben die Basler Stimmberechtigten die «Wiese-Initiative» angenommen. Zwei Jahre später beschloss das Parlament zur Umsetzung, dass bis 2010 «WieseVital» auszuarbeiten sei, ein Vorschlag für die Aufwertung des Flusses Wiese und zur Verbesserung der Gewässerqualität. Danach herrschte Funkstille. Verschiedene parlamentarische Anfragen zum Verbleib von «WieseVital» verpufften ergebnislos

Nun, 2016, legt das Amt für Umwelt und Energie einen Finanzantrag in der Höhe von 1,9 Millionen Franken zur Prüfung einer Schmalspurvariante vor: Die Wiese soll bloss im Vorland innerhalb der Dämme etwas mehr Platz erhalten.

Naturschutz- und Fischereiverbände wehren sich geschlossen dafür, dass weiterhin die rechtsufrige Aufweitung des Damms im unteren Teil gegenüber dem Tierpark geprüft wird. Hier kann ohne allzu grossen Aufwand für den Trinkwasserschutz ein wertvoller Übergangsbereich zwischen Land und Wasser geschaffen werden. Mit einer klugen Besucherführung lässt sich ein spannendes und wertvolles Erholungsgebiet kreieren, das eine Ergänzung zum Tierpark Lange Erlen mit einheimischen Tierarten in Gehegen schafft.

Bei den IWB bestehen keine Einwände wegen der Trinkwassersicherheit. Und an den Finanzen sollte das Vorhaben nicht scheitern. An die eigentliche Gewässerrenaturierung bezahlt der Bund bis zu achtzig Prozent. Zudem liegen im Mehrwertabgabefonds, der gerade für die Schaffung und Aufwertung von Grünräumen geäufnet wurde, 55 Millionen Franken. Dieses Geld für eine neue Natur- und Erholungslandschaft einzusetzen, macht wesentlich mehr Sinn, als damit bereits gestaltete Stadtparks neu zu gestalten.

Wir sind gespannt, was der Grosse Rat beschliesst.

November 2015

WWF Region Basel begrüsst Revitalisierung des untersten Teils der Wiese

Die Wiese muss aufgewertet werden. In den nächsten zehn bis zwanzig Jahren sollen Fische den Fluss durchwandern können, der Gewässerraum soll natürlicher werden und die Attraktivität für die Erholung verbessert werden.

Dies als Konsequenz aus der erfogreichen Wiese-Initiative, als Verpflichtung, die der Kantone dem Bund gegenüber eingegangen ist und wofür Bundesgelder fliessen - aber auch in Folge internationaler Zielsetzungen mit dem Programm Lachs 2020.

Heute ist die Wiese ein national bedeutender Fluss der Nase und soll zukünftig ein Lachs-Fluss werden. Doch das Wehr der Schliesse bleibt ein Fischerhindernis.

Als erstes soll der unterste Teil von der Autobahnbrücke bis zur Mündung revitalisiert werden. Dazu tragen auch 2,1 Millionen Franken bei, die infolge der Konzessionserneuerung für das Kraftwerk Kembs als ökologische Ersatzleistung fällig wurden. Das Vorprojekt liegt vor. Der WWF Region Basel hat ausführlich Stellung genommen. Die engen Platzverhältnisse lassen wenig Raum. Zentral ist, dass die Durchwanderbarkeit vor allem für die Nase als Leitfisch und für den Lachs hergestellt wird. Auch wenn sie vorerst nur bis zur Schliesse gelangen können, da noch Vorschläge zur Sanierung des unüberwindlichen Schliesse-Wehrs ausstehen

Für den oberen Abschnitt bis zur Landesgrenze bestehen Varianten. Der WWF Region Basel spricht sich klar dafür aus, dass eine Revitalisierung auch optimal umgesetzt wird - unter Berücksichtigung der Trinkwassergewinnung selbstverständlich.

In der Wiese laicht regelmässig eine grössere Nasepopulation. Die Nase war früher eine der dominierenden Arten unserer Flüsse. Heute ist sie vom Aussterben bedroht. Schwärme laichender Nasen boten einst ein spektakuläres Schauspiel. In der Birsmündung sollen um 1840 noch 100’000 Nasen gefangen worden sein. Die Nase, die bis zwei Kilogramm schwer werden kann und in der Schweiz im Einzugsgebiet des Rheines vorkommt, ist eine anspruchsvolle Fischart. Massnahmen zu ihrem Schutz nützen somit vielen Arten unserer Gewässer.

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