Der Nase nach – für lebendige Flüsse

Wissenschaftlicher Name: Nase, Chondrostoma nasus

Gefährdungsstatus (IUCN): Global: LC = nicht gefährdet, Europa: LC = nicht gefährdet, Schweiz: CR = vom Aussterben bedroht

Population: 3/4 der Populationen nur noch Einzeltiere

Körpergrösse: bis 60 cm

Gewicht: bis zu 2 kg

Verbreitung: Schnell fliessende Gewässer in Mittel- und Osteuropa

Die Nase war früher eine der dominierenden Arten unserer Flüsse. Sie galt als Hauptart des Rheins. Heute ist sie in der Schweiz vom Aussterben bedroht.

Schwärme laichender Nasen boten einst ein spektakuläres Schauspiel. Die Ankunft der Laichschwärme wurde mancherorts sogar mit der Sturmglocke bekannt gegeben, dann konnten Tausende von Nasen gefangen werden. In der Birsmündung wurden um 1840 noch 100’000 Nasen gefangen. Die Nasen sollen angeblich so dicht gestanden sein, dass man die Birs auf ihren Rücken trockenen Fusses überqueren konnte.

Bis in die 1970er-Jahre war die Nase in der Schweiz vielerorts verbreitet, auch wenn einzelne Laichgebiete wie z.B. die Birsmündung aufgrund von Lebensraumzerstörungen erloschen waren. Heute sind in der ganzen Schweiz noch rund dreissig Laichgebiete bekannt. Die grösste bekannte Laichpopulation der Schweiz befindet sich in der Wiese bei der Tramendstation beim Hochbergerplatz in Kleinhüningen. Auch in der Birsmündung und in den renaturierten Abschnitten unterhalb der Grün 80 konnten wieder Nasen beim Ablaichen beobachtet werden. Es gibt somit ermutigende Zeichen, dass Gewässerrenaturierungen und Besatzmassnahmen zu einer Verbesserung der Bestandessituation geführt haben.

Die Nase, die bis zwei Kilogramm schwer werden kann und in der Schweiz im Einzugsgebiet des Rheins vorkommt, ist eine anspruchsvolle Fischart. Massnahmen zu ihrem Schutz nützen somit vielen Arten unserer Gewässer. Deshalb hat der WWF Schweiz die Nase als Zielart für sein Revitalisierungsprojekt Riverwatch gewählt.

Das Projekt Riverwatch wurde 2005 gestartet und läuft immer noch. Der WWF will mit der Hilfe von Freiwilligen die Schweizer Flüsse lebendiger und so zu einem natürlichen Lebensraum für viele bedrohte Arten machen. Eisvögel, Bachforellen, Biber oder eben auch die Nase sollen sich an und in unseren Fliessgewässern wieder heimisch fühlen. Durch die Revitalisierungsprojekte haben die Bäche wieder unterschiedliche Fliessgeschwindigkeiten, Steine und Astgeflechte bieten den Fischen Unterschlupf, und dank natürlich gestalteten Uferzonen finden Vögel und andere Tiere wieder Zugang zum Wasser.

Martin Huber

Überarbeitet von Nora Kaiser-Hungerbühler, Stand 2021

.hausformat | Webdesign, TYPO3, 3D Animation, Video, Game, Print