Der Nase nach – für lebendige Flüsse

Die Nase war früher eine der dominierenden Arten unserer Flüsse. Heute ist sie vom Aussterben bedroht.

Schwärme laichender Nasen boten einst ein spektakuläres Schauspiel. Die Ankunft der Laichschwärme wurde mancherorts sogar mit der Sturmglocke bekannt gegeben, dann konnten Tausende von Nasen gefangen werden. In der Birsmündung wurden um 1840 noch 100’000 Nasen gefangen. Die Nasen sollen angeblich so dicht gestanden sein, dass man die Birs auf ihren Rücken trockenen Fusses überqueren konnte.

Bis in die 1970er-Jahre war die Nase in der Schweiz vielerorts verbreitet, auch wenn einzelne Laichgebiete wie z.B. die Birsmündung aufgrund von Lebensraumzerstörungen erloschen waren. Heute sind in der ganzen Schweiz noch rund dreissig Laichgebiete bekannt. Die grösste bekannte Laichpopulation der Schweiz befindet sich in der Wiese bei der Tramendstation beim Hochbergerplatz in Kleinhüningen. Auch in der Birsmündung und in den renaturierten Abschnitten unterhalb der Grün 80 konnten wieder Nasen beim Ablaichen beobachtet werden. Es gibt somit ermutigende Zeichen, dass Gewässerrenaturierungen und Besatzmassnahmen zu einer Verbesserung der Bestandessituation geführt haben.

Die Nase, die bis zwei Kilogramm schwer werden kann und in der Schweiz im Einzugsgebiet des Rheines vorkommt, ist eine anspruchsvolle Fischart. Massnahmen zu ihrem Schutz nützen somit vielen Arten unserer Gewässer. Deshalb hat der WWF Schweiz die Nase als Zielart für sein neuestes Revitalisierungsprojekt gewählt. Bis 2015 sollen in mindestens fünfzehn Flussgebieten Revitalisierungen umgesetzt werden.

Martin Huber

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