Naturschutz in Basel Nord: Telebasel-Sendung

Naturparadies: ehemaliges DB-Rangierareal.

Unter dem Titel «Scheitert Gateway-Terminal am Naturschutz?» strahlte Telebasel am 13. Juni 2018 eine spannende Report-Sendung aus.

In Basels Norden ist das Gateway-Terminal für den Containerumlad zwischen Bahn, Schiff und Camion in Planung. Opposition dagegen kommt aus der Logistikbranche selbst, wo Marktverzerrung und subventionierte Überkapazitäten befürchtet werden.

Das Areal stellt das wohl wichtigste Naturgebiet des Stadtkantons dar. Die Report-Sendung beschreibt mit schönen Bildern das Gebiet, das im Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung figuriert.

Schutzwürdig

Das Areal ist derart wertvoll, dass es integral erhalten bleiben müsste. Vergleichbar etwa mit der Reinacher Heide, wo auch mitten im Siedlungsraum Natur ihr Refugium erhalten hat.

Doch der Druck auf das Gebiet ist hoch: Es ist zu gross und zu attraktiv – zurzeit sind vier Projekte in Arbeit – und die mögliche Rheinanbindung hat strategische Bedeutung. Von der Bundesverordnung her kann einzig für ein Vorhaben mit Standortnotwendigkeit und nationalem Interesse eine Güterabwägung zwischen Erhalt und Überbauung gemacht werden. Nach unserer Auffassung ist dies einzig der Fall, wenn der Bau des Hafenbeckens für das Gateway-Terminal gesichert ist. Ein Umlad nur zwischen Bahn und Camion, wie ihn das aktuelle Bauprojekt vorsieht, muss nicht auf diesem Areal zu stehen kommen.

Kooperation

Wir haben uns auf Zusammenarbeit festgelegt, da langfristig der integrale Erhalt kaum möglich ist. Doch müssen die Naturwerte materiell mindestens gleichwertig erhalten beziehungsweise ersetzt werden. Das verlangt das Gesetz. Dies ist möglich einerseits durch geschickte Planung auf dem Areal – die Naturwerte sind ja auch mit Bahnnutzung entstanden – und andererseits durch Ersatzflächen ausserhalb des Areals.

Bisher genügten die Bemühungen der Projektträgerschaft nicht. Das Hafenbecken soll erst später erstellt werden, bleibt also ungesichert. Zudem wurden Ersatzflächen bisher bloss skizziert. Zum Teil waren die Eigentümer gar nicht informiert.

> www.telebasel.ch/2018/06/13/report-scheitert-gateway-terminal-am-naturschutz

Jost Müller Vernier
September 2018

Sicherung der Naturflächen Gateway Basel Nord

Auf dem Gebiet des ehemaligen DB-Rangierareals im Norden Basel soll zukünftig ein trimodales Containerterminal für den Umschlag zwischen Bahn, Schiff und Camion erstellt werden. Dazu wurden die Pläne des Basisterminals für den Verlad zwischen Strasse und Schiene aufgelegt. Erst später sollen der volle Anschluss an die Geleise der Deutschen Bahn sowie das Hafenbecken 3 publiziert werden. Der WWF Region Basel hat Einsprache erhoben.

Naturgebiet von nationaler Bedeutung
Das ehemalige DB-Rangierareal gehört zu den wichtigsten Naturgebieten des Kantons Basel-Stadt und ist von nationaler Bedeutung. Mit dem Containerterminal würde das Naturgebiet praktisch vollständig zerstört. Das Areal verfügt über ein grosses Artenspektrum mit zahlreichen Wärme und Trockenheit liebenden Arten und eine Vielfalt an Lebensräumen. Das Gebiet besitzt gar internationale Relevanz und nimmt eine Schlüsselfunktion für die ökologische Vernetzung von der Oberrheinischen Tiefebene bis ins Mittelland ein.* Es figuriert deshalb im «Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung» (TWW).  Ein Eingriff ist nur zulässig «für unmittelbar standortgebundene Vorhaben» von «nationaler Bedeutung».**

Weder standortgebunden, noch von nationalem Interesse
Der WWF Region Basel anerkennt die Wichtigkeit von effizienten Verlademöglichkeiten zwischen Bahn, Schiff und Camion. Das nun publizierte Basisterminal erfüllt für sich die Grundanforderungen für einen Eingriff jedoch nicht. Weder ist ein Containerterminal Schiene-Strasse allein von nationalem Interesse, noch ist es an diesen Standort gebunden. Erst die Anbindung an die Schifffahrt setzt die Nähe zur Rheinschifffahrtsinfrastruktur voraus.

Einsprache WWF Region Basel
Der WWF Region Basel hat deshalb zum publizierten Teilprojekt mit dem Basisterminal Einsprache erhoben und beantragt, die Plangenehmigung sei nicht zu erteilen. Das Gateway Basel Nord muss unabdingbar als Gesamtvorhaben inklusive Hafenbecken aufgelegt und beurteilt werden. Es wäre etwa der Fall denkbar, dass zwar das Basisterminal gebaut, jedoch später das Hafenbecken zum Beispiel wegen fehlender Finanzierung oder Konzeptänderung nicht realisiert würde.

Bevor somit vom «Verschlechterungsverbot», das für das Areal gilt, abgewichen werden kann, muss die Standortnotwendigkeit und die nationale Bedeutung des Gesamtvorhabens des trimodalen Containerterminals (Bahn-Camion-Schiff) auf Basis eines ausführungsreifen Projektes mit Finanzierungssicherung vorliegen. Dies scheint auch zeitlich realisierbar, da zwischen der vorgesehenen Vollendung der ersten Phase im Jahr 2019 und dem geplanten Endausbau gerade drei Jahre liegen.

Der WWF Region Basel verlangt auch, dass bei einer Neuauflage angemessene und rechtlich gesicherte ökologische Ersatzflächen ausgewiesen werden.
September 2016

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* http://www.wwf-bs.ch/ausfluege/stadt-basel/erlenmatt/
** Art. 7 Abs. 1 TwwV. https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20070669/index.html#a7

Einsprache DB-Vierspurausbau

Pro Natura Basel und WWF Region Basel haben Einsprache beim Bundesamt für Verkehr zum Vierspurausbau der Deutschen Bahn in Basel von der Schweizer Grenze bis zur Rheinbrücke erhoben.

Die Naturschutzverbände fordern die Abweisung des Vorhabens. Es sei allenfalls mit dem geplanten «Gateway Basel Nord/Cargo-Terminal» zu überarbeiten und neu einzureichen.Durch die NEAT mit dem Lötschberg- und dem Gotthard-Basistunnel wird davon ausgegangen, dass der Schienenverkehr auf der Nord-Süd-Achse insbesondere beim Güterverkehr markant zunimmt. Daraus wird der Bedarf nach einem Kapazitätsausbau der Strecke Karlsruhe-Basel abgleitet.

Das Ausbauvorhaben im Schweizer Teil liegt in und angrenzend zu ökologisch herausragenden Arealen von regionaler und nationaler Bedeutung.* Das Nordareal, das ehemalige DB-Rangierareal,  besitzt gar internationale Relevanz. Das Gebiet nimmt eine Schlüsselfunktion für die Vernetzung von der Oberrheinischen Tiefebene bis ins Mittelland ein. Es verfügt über ein grosses Artenspektrum, eine Vielfalt an Lebensräumen und eine grosse Zahl seltener Arten und ist wohl das bedeutendste Naturobjekt des Kantons Basel-Stadt. Dies bezieht sich nicht nur auf die Flora, sondern auch auf die Fauna (Insekten-Gruppen, einzelne Wirbeltiere).

Das ehemalige DB-Rangierareal figuriert als nicht bereinigtes Objekt im «Bundes­inventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung» (TWW). Bis über das Objekt definitiv entschieden ist, gilt ein Verschlechterungsverbot.                                                                                                                                                                                         

Ebenso auf dem ehemaligen DB-Rangierareal ist neben den neuen DB-Geleisen das trimodale Umschlag­terminal «Gateway Basel Nord/Cargo-Terminal» geplant. Dazu wird nächstens ein weiteres Treffen zwischen Projetträgern und Naturschutzverbänden stattfinden. Die Naturschutzverbände kritisieren die fehlende Koordination der beiden Vorhaben. Zudem ist nicht klar, welcher ökologische Realersatz geleistet wird und wie die Natur-Vernetzung weiterhin gewährleistet werden kann.

Der WWF Region Basel bemängelt zudem Risikofragen. So ist eine höhere Durchfahrtgeschwindigkeit der Güterzüge durch Basel vorgesehen, jedoch bleibt die Zusicherung, dass dafür ausschliesslich separate Geleise genutzt werden, unbestimmt.

Mai 2016
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* Inventar der schützenswerten Naturobjekte

> Typen von Trockenwiesen 

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