BNV und WWF lehnen freistehende Photovoltaikanlagen im zukünftigen Naturgebiet ab

BNV und WWF Region Basel lehnen im Mitwirkungsverfahren die Errichtung von freistehenden Solaranlagen auf der ehemaligen Deponie «Hinter Chestel» in Liesberg ab.

Seit 1985 betreibt die Kehrichtbeseitigung Laufental Schwarzbubenland AG (KELSAG) in Liesberg eine Deponie. Zunächst unter anderem für Haushaltsabfall, zuletzt für sauberes Aushubmaterial. Die Deponieoberfläche sollte nach der Auffüllung der Natur zurückgegeben werden.

An Stelle der gesetzlich verlangten und verfügten ökologischen Wiederherstellungsmassnahme soll nun auf dem Areal nach der Auffüllung die Installation freistehender Photovoltaikanlagen ermöglicht werden. Die beiden Verbände lehnen die entsprechenden Änderungen des Teilzonenplanes sowie des Zonenreglementes ab, da sie gesetzlichen Vorgaben und behördlichen Entscheiden widersprechen.

Das Gebiet gehört zu einem Naturhotspot im Kanton. Im Norden, Westen und Süden wird es bereits von kantonalen Vorranggebieten Natur eingerahmt. Es ist umgeben von Arealen, die im Amphibien-, Reptilien- und im ornithologischen Inventar aufgenommen sind. Zudem liegt in unmittelbarer Nähe ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Auch der Waldentwicklungsplan sieht ringsherum Waldreservate vor.

Die Verbände unterstützen Photovoltaik, aber nicht auf Kosten von Massnahmen zugunsten der Natur innerhalb eines derart wertvollen Umgebungsperimeters.

Freistehende Photovoltaikanlagen widersprechen dem Grundsatz des haushälterischen Umgangs mit dem Boden. Sie sollen auf den in unmittelbarer Umgebung zur Verfügung stehenden Industrie- und Gewerbedächern installiert werden. Dies entspricht auch den Empfehlungen der zuständigen Bundesämter, wonach Ausbaupotenzial auf bestehenden Bauten und Anlagen prioritär genutzt werden soll.

April 2020

> WWF-Mitwirkungsbericht an die Gemeinde Liesberg, 2020

> Positionspapier freistehende Photovoltaik-Anlagen, ARE, BAFU, BFE, BLW, 2012 

> Lage 

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