Pfeifengras-Föhrenwald und Landschaftskammern südöstlich von Tenniken

Pfeifengras-Föhrenwald im Waldteil Stockenrain. Die Dominanz der Waldföhre ist hier auch eine Folge von Pflegemassnahmen.

Von Tenniken führt südöstlich der Kirche ein steiler Waldweg in einer Kerbe hinauf zu einem hangparallel verlaufenden Waldweg, der durch den Waldteil Stockenrain führt. Oberhalb des Waldwegs ist ein grosser Pfeifengras-Föhrenwald ausgebildet. Das halboffene Waldbild ist hier allerdings auch durch Pflegeeingriffe zustande gekommen. Pfeifengras-Föhrenwälder sind an besondere Bodenbedingungen gebunden, nämlich an wechselfeuchten Mergel. Waldföhren, hier auch viele Mehlbeerbäume, dominieren die Baumschicht.

Entlang des Waldwegs verweilt man gerne. Im Mai blüht in der Böschung in grosser Zahl die gesamtschweizerisch seltene Bergkronwicke. Aus Baselbieter Sicht ist die Art nicht akut gefährdet, gibt es doch auch in Rothenfluh grosse Bestände.

Typisch für den Pfeifengras-Föhrenwald ist der späte Blühtermin etlicher Arten, so der Ästigen Graslilie. Deshalb lohnt sich ein Besuch auch im Juli. Entlang des Waldwegs blühen dann Hochstauden, deren Blütenstände von vielen Insekten besucht werden, auch von regional seltenen Arten.

Vom Stockenrain geht man weiter durch den Waldteil Sangetenrain und am Hof Sangeten vorbei hinab ins Tal und weiter zum Brunnenhof. Oberhalb davon dehnt sich am Hang die Bälweid aus, heute eine Wiese. Sie zählt zu den wertvollsten Magerwiesen im Tafeljura, kommen doch darin auch regional seltene Arten vor, zum Beispiel der Genfer Günsel und der Kreuzblättrige Enzian. Vom Flurweg aus hat man Einsicht in den Bestand.

Bei vielen Magerwiesen, nicht nur hier, muss man sich aber etwas Zeit nehmen. Viele Arten fallen nicht sogleich auf, sondern kommen erst nach teils intensiver Suche zum Vorschein. Unsere Magerwiesen haben einen festen Bestand von rund vierzig Arten, die meisten davon finden sich auch hier, unter anderem Wundklee, Frühlingsschlüsselblume und Warzige Wolfsmilch. Nicht alle Teile der Magerwiese sind gleich beschaffen, besonders mager sind die Wegböschung und der obere Teil unterhalb der lang gezogenen Hecke.

An- und Rückreise
Ab Sissach mit dem Bus Richtung Eptingen, in Tenniken Dorf aussteigen. Rückfahrt zum Beispiel ab Diegten.

Baelweid

Vom Brunnenhof kann man direkt südwärts Richtung Naturschutzgebiet Chilpen bei Diegten wandern oder einen Umweg durch das liebliche Rintel machen. Beim Hof Rintel liegt am Bächli ein kleiner Weiher, darin leben unter anderem Geburtshelferkröten. Manchmal hört man die Tiere in der Umgebung rufen.

Vom oberen Ende des Tälchens (Punkt 540) ist es nicht mehr weit zum Chilpen. So lässt sich der Ausflug mit einem Kurzbesuch dieses Naturschutzgebiets von nationaler Bedeutung abschliessen. In jüngster Zeit sind dort weitere Waldteile ausgelichtet worden, und die Abschürffläche westlich des Südwesthangs hat sich positiv entwickelt; so hat sich der Färberginster darauf breit gemacht.

Im Chilpen gelingen zwischen Frühling und Spätherbst immer wieder überraschende Beobachtungen. Die lichten Föhrenwälder beherbergen teils in grosser Individuenzahl gleich mehrere im Oberbaselbiet ausschliesslich oder fast nur hier vorkommende Pflanzenarten.

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