Die alten Eichen von Wildenstein bei Bubendorf

Der Eichenhain von Wildenstein im Gebiet Weid.

Der Besuch der alten Eichen lohnt sich auch im Winter. Ohne Laub kommen die Bäume besser zur Geltung, zudem kann man sich frei bewegen. Zwischen März und September muss man sich aus Rücksicht auf den wertvollen Magerrasen unter den Eichen an den Pfad halten. Im Eichenhain verweilt man gerne ein, zwei Stunden. Je nach Perspektive erscheinen die Eichen anders.

Ihre tief ansetzenden und teils weit ausladenden Seitenäste verraten, dass sie auf freiem Feld gepflanzt und nicht durch Rodung der umliegenden Bäume freigestellt wurden. Anhand von Bohrkernen konnten die Jahresringe gezählt werden. Die ältesten Wildensteiner Eichen gehen bis in 15. Jahrhundert zurück. In Deutschland und Frankreich gibt es noch ältere Eichen.

Manche der Bäume scheinen tot zu sein, Teile davon treiben aber immer wieder aus. Der Absterbeprozess zieht sich über eine sehr lange Zeitspanne hin. An den Eichen und in ihrem Umfeld entdeckt man viele Details, zum Beispiel Frassspuren von Larven holzbewohnender Insekten oder verschiedene Flechten. Auch interessante Pilze entwickeln sich auf und unter den alten Bäumen.

Beim Magerrasen unter den Eichen handelt sich um einen speziellen Typus auf wechselfeuchter, oberflächlich leicht versauerter Lehmschicht. Ende April blüht hier – und nur noch hier im Oberbaselbiet – die Kleine Orchis. Dank der inzwischen langjährigen Naturschutzpflege hat sich der Magerrasen von den Zeiten intensiverer Bewirtschaftung etwas erholt. So hat sich das Heidekraut regenerieren können. Der späte Blühtermin mehrerer Arten ist typisch für diesen Magerrasen. Erst im August blühen Sumpf-Herzblatt und Teufelsabbiss, das Pfeifengras steht dann über mannshoch.

Neben dem Eichenhain bietet das recht grosse Naturschutzgebiet noch andere Sehenswürdigkeiten. Zwischen Eichenhain und Schloss liegt ein grosser Weiher, ein regional wichtiger Laichplatz für die Erdkröte.

Vielfältig ist ferner die Umgebung von Schloss Wildenstein, ein Rundweg führt am Fuss ums Schloss herum. Wildenstein ist die einzige erhaltene Höhenburg des Baselbiets. Mehrere Umbauten machten aus der im 13. Jahrhundert gebauten Burg ein repräsentatives Schloss.

Vom Schloss führt ein Weg hinab ins Tal des Sormattbachs. Wo er eine harte Kalksteinrippe quert, hat sich ein Wasserfall gebildet und darunter ein selten grosser Tuffkegel. Von dort nimmt man den Weg bachabwärts. In luftfeuchter Schluchtlage sind die Moose üppig ausgebildet. Weiter unten führt der Weg an einem revitalisierten Auenwald vorbei ins offene Land mit mehreren angelegten Weihern.

Anreise
Ab Liestal mit dem Bus Richtung Reigoldswil; Aussteigen bei der Station «Steingasse» in Bubendorf. Von dort in zirka 20 Minuten auf dem Strässchen gemäss Wegweiser hinauf nach Wildenstein. Die alten Eichen befinden sich im Gebiet Weid.

Rückreise
Die Orientierungstafeln weisen alle Wege aus, so zweigt ein Weg vom Sormattbach Richtung Bubendorf ab.

Wasserfall mit Tuffkegel des Sormattbachs.

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