Lebensraumtypen der Region Basel

Am Rheinknie befinden sich die Landschaften Schwarzwald, Vogesen, Sundgauer Hügelland, Jura und Rheinebene. Diese bilden unterschiedliche Lebensraumtypen mit einer Vielzahl unterschiedlicher Tiergemeinschaften, die sich teilweise stark voneinander unterscheiden.

Im Folgenden werden die einzelnen Lebensraumtypen kurz beschrieben.

Rheinebene

Blick vom Hochblauen in die Rheinebene

Als im 19. Jahrhundert der Verlauf des Rheins korrigiert wurde, verschwanden die Auenwälder und machten die Landschaften trockener. Dieser Eingriff hatte Auswirkungen auf die Tierwelt. Einerseits sind z.B. die Bestände der Wasservögel und der Wasserinsekten stark zurückgegangen und der Fischotter ist definitiv ausgestorben. Der Biber hingegen ist nach seinem vorübergehenden Verschwinden heute wieder in Ausbreitung.

Andererseits führten die geringen Niederschlagsmengen und die hohen Jahresmitteltemperaturen dazu, dass sich die trockenheits- und wärmeliebenden Arten verbreiten konnten. Die Trockenwiesen bieten Lebensraum für Bodenbrüterarten wie die Feldlerche oder die Heidelerche. An warmen Sommertagen sind in den Gebüschen die Gesänge der Nachtigall zu hören. Auch Schmetterlinge, Heuschrecken, Käfer, Netzflügler, Hautflügler und viele mehr leben hier.

In den Kiesgruben haben die letzten Bestände von brütenden Flussregenpfeifern, Uferschwalben und Kreuzkröten einen Unterschlupf gefunden.

Auch der Lebensraum für die Wassertiere ist zurückgegangen. So z.B. gehörte der Karpfenfisch Nase früher zu den häufigsten Fischarten. Weil es heute an Laichgebieten fehlt, sind ihre Bestände jedoch zurückgegangen. Der Lachs wurde eine Zeit lang gar nicht mehr gesehen, doch dank der Verbesserung der Wasserqualität fühlt sich der Lachs hier wieder wohl. Allerdings erschweren oder gar verunmöglichen die etlichen Stauwehre die Wanderung der Lachse.

Der Rhein ist mit seinen 35 Arten jedoch noch immer das artenreichste Gewässer der Region. 

Kalkvorberge und der Sundgau

Kaiserstuhl.

Die Vorberge von Schwarzwald und Vogesen bestehen aus Kalk. Deshalb sind die Böden recht gut für den Weinanbau geeignet. Die Reben dominieren die Landschaft v.a. im Markgräferland, im Kaiserstuhl und im Elsass.

Auf den benachbarten Trockenwiesen findet sich eine artenreiche Fauna: Dazu gehören z.B. die Smaragdeidechse, die Schlingnatter oder Vogelarten wie Wiedehopf, Neuntöter, Rotkopfwürger und Wendehals.

In den eher trockenen Wäldern leben die höhlenbrütenden Singvögel, Rehe, Dachse, Füchse, die verschiedenen kleineren Säugetiere sowie eine grosse Anzahl wirbelloser Tiere wie Insekten, Schnecken, Würmer und mikroskopisch kleine Vertreter der Bodenfauna.

Der Schutz der Wälder und Trockenwiesen ist sehr wichtig, weil ihr Flächenanteil gering ist. 

V.a. auf der elsässischen Seite geht die Rheinebene bald in die Lösslandschaft über. Dies sind die letzten Ausläufer des Sundgauer Hügellandes, dessen Böden sehr fruchtbar und feucht sind. Dieses Gebiet ist von nährstoffreichen Teichen mit vielfältiger Tierwelt geprägt. Früher dienten die Teiche der Karpfenzucht, doch heute werden sie mehrheitlich von Freizeitanglern genutzt.

Die montane Stufe der Gebirge

Vogesen

In der Region Basel treffen drei Mittelgebirge aufeinander. Der Schwarzwald, die Vogesen und der Jura erreichen Höhen von 1300 bis 1600 Metern. Somit werden die Gipfelregionen der subalpinen Stufe zugeordnet.

Die Höhe und die grössere Nässe bieten Lebensraum für teilweise ganz andere Tierarten. So gibt es einige Arten, die nur in den höheren Weisstannen- und Fichtenwäldern vorkommen. Dies sind verschiedene Insekten aber auch Brutvögel, wie z.B. Fichtenkreuzschnabel, Tannenmeise und Tannenhäher. Neben einigen Tieren der unteren, trockeneren Buchenwäldern leben in der montanen Stufe auch der Hirsch, Gämse und die seltenen Vögel Auerhuhn und Haselhuhn.

In den höheren Bereichen der montanen Stufe können sich Hochmoore entwickeln. Diese werden von einer Reihe hochspezialisierter Insektenarten besiedelt. 

Viviane Winter

Basierend auf: Daniel Küry. Wanderungen zur Tierwelt der Region Basel.

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