Wanderung auf die Baselbieter Blüemlisalp

Margeriten, Wiesensalbei und Esparsetten prägen die «Blüemlisalp». Im Hintergrund die Gerstelflue mit der Burgruine.

Diese Rundwanderung führt auf historischen Wegen zu Magerwiesen und -weiden, die mit ihrem Arten-, Blumen- und Farbenreichtum zu den schönsten im Baselbiet zählen.

Gleich zu Beginn der Wanderung lädt das Städtchen Waldenburg zur Besichtigung ein. Es empfiehlt sich, beim Hin- und Rückweg auf den beiden parallelen Gassen durch die Altstadt zu flanieren. Die Dichte an Wirtschaften ist bemerkenswert und wird der Bedeutung des Ortes an der Passstrasse über den Oberen Hauenstein gerecht.

Nach dem Stadttor beginnt der Rundweg, welcher über die Baselbieter Blüemlisalp etwa 500 Höhenmeter hinauf zur Waldweide und über die Studenweid wieder zurück nach Waldenburg führt. Die Wanderung erschliesst einen Teil der imposanten, durch geologische Vorgänge (Jurafaltung, Erosion) entstandenen Talmulde von Waldenburg, deren landwirtschaftlich genutzten Hänge bekannt sind für ihre Lebensraum- und Artenvielfalt.

 

Baselbieter Blüemlisalp

Der Rundweg verläuft auf der gesamten Länge auf historischen Wegen, die in das «Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz (IVS)» aufgenommen wurden. Schon beim steilen Aufstieg zur «Blüemlisalp» und später wieder beim Abstieg nach Waldenburg beeindrucken uns die alten Hohlwege mit ihren bis zu drei Meter hohen Böschungen. Oben auf der Blüemlisalp erwartet uns eine prächtige Blumenwiese, deren Reichtum ihrem Namen mehr als gerecht wird.

Hier lassen sich viele typische Magerwiesenpflanzen, Orchideenarten, Schmetterlinge, Insekten, Reptilien und Vögel bewundern. Dabei bitte den Weg nicht verlassen und die beiden Stichwege zur weiteren Erkundung des Gebiets benutzen. Die Blüemlisalp ist schon vor rund dreissig Jahren als sehr wertvoll erkannt worden. Dank der Umsicht der Eigentümer und mit Unterstützung durch das kantonale Programm zur Biodiversitätsförderung ist dieses Gebiet bis heute erhalten geblieben und konnte 2017 vom Kanton Baselland unter Schutz gestellt werden.

 

Waldweid und Hinderi Egg

Auf dem anschliessenden Aufstieg durch den Wald zur Waldweid werden die Gegensätze zwischen der landschaftlich offenen, sonnig warmen Blüemlisalp und dem tief eingeschnittenen, feuchtkühlen Bachtal deutlich spürbar. Wir tangieren dabei das Naturschutzgebiet Dürrenberg, eines von mehreren vom Kanton geschützten Waldgebieten in der Region. Die grosse Lebensraumvielfalt in Wald und Feld ist die Grundlage für den Reichtum unserer Tier- und Pflanzenwelt.

Auf der Waldweid weitet sich die durch Extensivwiesen und Gehölze aufgelockerte Landschaft wieder. Hier locken zur Erfrischung zwei einladende Einkehrmöglichkeiten mit Alpensicht. Der Abstecher auf die Hinderi Egg – höchster Punkt des Baselbiets und ebenfalls kantonales Naturschutzgebiet (mit Informationstafel) – führt zu einem noch prächtigeren Alpenpanorama mit – wen wundertʼs? –Blick auf die Berner Blüemlisalp.

 

Studenweid und Richtiflue

Beim Abstieg nach Waldenburg durchqueren wir ein überaus reiches Mosaik an Lebensräumen mit Blumenwiesen, Hecken, Gebüschen, Einzelbäumen, Waldrändern und Waldschutzgebieten. Die Magerwiesen und -weiden haben hier teilweise nationale Bedeutung. Falls Zeit und Ausdauer reichen, lohnt zum Abschluss ein Abstecher auf die Richtiflue, von welcher sich ein grandioser Blick über die weite Talmulde von Waldenburg, auf das Städtchen und die gegenüberliegende Gerstelflue bietet.

 

Wegbeschreibung
Von Waldenburg dem signalisierten Wanderweg Richtung Wasserfallen folgen. Nach dem Stadttor rechts abbiegen und bei der Abzweigung links hinauf zum Bauernhof und zur Blüemlisalp. Auch der weitere Verlauf des Rundweges folgt dem signalisierten Wanderweg. Bei der Kreuzung auf der Waldweid nach rechts zu den Einkehrmöglichkeiten (Bergwirtschaft oder SAC-Waldweidhütte), dann weiter über die Studenweid rechts hinunter und dem Hangfuss der Richtiflue entlang zurück nach Waldenburg.

Hin- und Rückreise
mit der Bahn über Liestal nach Waldenburg (Halbstundentakt).

Dauer
halber bis ganzer Tag (je nach Variante).

Optimale Zeit
im Frühjahr vor dem Abmähen der Blumenwiesen (Mai bis Mitte Juni).

Varianten:

  • Rundwanderung Blüemlisalp: oben beim Weekendhaus rechts abzweigen und über den Feldweg und dem Waldrand entlang zurück nach Waldenburg
  • Von der Waldweid über die Hinderi Egg zur Wasserfallen-Seilbahn und nach Reigoldswil (Busanschluss nach Liestal)

Literatur:

  • wwf-bl.ch; wwf-bs.ch (Ausflüge)
  •  regionatur.ch (Rubrik: Orte – Naturräume-Flusslandschaften – Kettenjura)
  •  geoview.bl.ch/Verkehr/Historische Verkehrswege
  • Lüthi Roland: Wasserfallen. Exkursionsführer durch Naturschutzgebiete des Kantons Basel-Landschaft, Heft 6, Verlag des Kantons Basel-Landschaft, Liestal 2004
Neben der Helm-Orchis (Orchis militaris) kommen verschiedene weitere Orchideenarten im Gebiet vor.
Der Wachtelweizen-Scheckenfalter (Melitaea athalia) ist ein typischer Tagfalter der Magerwiesen und lichten Wälder.
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