Wieseunterlauf aufgewertet

An der Wiese ist die Aufwertung des untersten Teils von der Autobahnbrücke bis zur Mündung in den Rhein abgeschlossen. Hier ging es in den engen städtischen Verhältnissen nicht um mehr Raum für den Fluss, sondern primär um das Ermöglichen der freien Fischwanderung. Die Wiese ist ein wichtiger Laichfluss der seltenen Nase. Diese Fische – und zukünftig der Lachs – können nun etwas weiter den Fluss hinaufwandern. Eine Evaluation wird zeigen, ob die ökologischen Ziele erreicht werden oder Korrekturen nötig sind.

Wir hatten das Projekt auch mit einer Einsprache begleitet, die wir zurückziehen konnten. Insgesamt konnte eine gute Kombination gefunden werden für die Verbesserung der Fischgängigkeit, den Erhalt der wertvollen Flussböschungen und Möglichkeiten für Erholungssuchende. Wir legten unter anderem Wert auf ökologische Bereiche beim Gewässer, in denen sich die Natur ungestört von Besuchern und Hunden entfalten kann.

Nichts passiert ist im oberen Teil der Wiese bis zur Landesgrenze. Hier ist der Fluss noch immer in ein enges Korsett gezwängt. Die Planung für die verbesserte Fischgängigkeit und die Aufwertung des Flussraumes dauern bereits Jahrzehnte. Wir sind in einer Begleitgruppe, die sich zuweilen austauscht und jeweils die bekannten Meinungen bestätigt. Der Ball liegt hier beim Kanton, der die Aufgabe hat, die Revitalisierung in Gang zu bringen. Dank unserer früheren Intervention in der parlamentarischen Beratung ist der Kanton immerhin verpflichtet, eine minimale Erweiterung des Flussraums über die Dämme hinaus zu prüfen. 

März 2019

«WieseVital» im Schlafmodus

Winterzauber an der Wiese.

 2006 haben die Basler Stimmberechtigten die «Wiese-Initiative» angenommen. Zwei Jahre später beschloss das Parlament zur Umsetzung, dass bis 2010 «WieseVital» auszuarbeiten sei, ein Vorschlag für die Aufwertung des Flusses Wiese und zur Verbesserung der Gewässerqualität. Danach herrschte Funkstille. Verschiedene parlamentarische Anfragen zum Verbleib von «WieseVital» verpufften ergebnislos

Nun, 2016, legt das Amt für Umwelt und Energie einen Finanzantrag in der Höhe von 1,9 Millionen Franken zur Prüfung einer Schmalspurvariante vor: Die Wiese soll bloss im Vorland innerhalb der Dämme etwas mehr Platz erhalten.

Naturschutz- und Fischereiverbände wehren sich geschlossen dafür, dass weiterhin die rechtsufrige Aufweitung des Damms im unteren Teil gegenüber dem Tierpark geprüft wird. Hier kann ohne allzu grossen Aufwand für den Trinkwasserschutz ein wertvoller Übergangsbereich zwischen Land und Wasser geschaffen werden. Mit einer klugen Besucherführung lässt sich ein spannendes und wertvolles Erholungsgebiet kreieren, das eine Ergänzung zum Tierpark Lange Erlen mit einheimischen Tierarten in Gehegen schafft.

Bei den IWB bestehen keine Einwände wegen der Trinkwassersicherheit. Und an den Finanzen sollte das Vorhaben nicht scheitern. An die eigentliche Gewässerrenaturierung bezahlt der Bund bis zu achtzig Prozent. Zudem liegen im Mehrwertabgabefonds, der gerade für die Schaffung und Aufwertung von Grünräumen geäufnet wurde, 55 Millionen Franken. Dieses Geld für eine neue Natur- und Erholungslandschaft einzusetzen, macht wesentlich mehr Sinn, als damit bereits gestaltete Stadtparks neu zu gestalten.

Wir sind gespannt, was der Grosse Rat beschliesst.

November 2015

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